Argentinien - Ruta 40 von Süden nach Mendoza
5 Tage:
Karte:
1422.6 km, -
Unsere sechste Einreise nach Argentinien erfolgte wiederum von Chile. Auf chilenischer Seite hatten wir schon in der Reserva Nacional Malalcuhuello die schönen Wälder mit riesigen Südbuchen, Bambus und Araukarien erwandert. Beim Grenzübertritt am Paso Pino Hachado sieht man noch viel mehr der ungewöhnlichen Araukarien. Es sind lebende Fossilien aus der Jura- und Kreidezeit vom Urkontinent Gondwana. Sie gehören zu den Koniferen und besitzen schuppenartige Blätter mit Dornen an der Spitze. Highlight dieses Argentinienaufenthalts war die Silvesterfeier in Buta Ranquil mit traditionellem Asado, langsamem Grillen einer Ziege und eines Rinderstücks über offenem Feuer, und familärer Atmosphäre im Hotel. Ein Chilene nahm uns netterweise auf der Ruta 40 in seinem Pickup mit nach Norden. Hier wirkte die Ruta 40 so urtümlich schön, wie man sie sich eigentlich vorstellt - große Pistenabschnitte, umgeben von farbigen Felsen und Vulkanen.
Interessant und abwechslungsreich waren die zwei Weinverkostungen in Maipú bei Mendoza. Wir wissen nun, dass uns Weine, die in nordamerikanischen Eichenfässern gereift sind, wegen der herberen, tanninhaltigen Note besser schmecken, als welche aus französischen Eichenfässern. Ausgereist sind wir wieder nach Chile auf der Ruta 7. Man fährt unter dem Andenkamm und der eigentlichen Grenze durch den Túnel del Cristo Redentor. Da die Chilenen die Fruchtgrenzenkontrolle extrem ernst nehmen, stand dort unser Bus 4 Stunden, bis wir endlich zur Pass- und Gepäckkontrolle vorgelassen wurden.
Chile - Der kleine Süden
8 Tage:
Karte (nicht im Firefox auf PC):
1216.6 km, -
Nach kurzer Fährfahrt kamen wir wieder in Puerto Montt an und besichtigten den traditionellen Markt Angelmó. In den dunkelroten Holzhäusern kann man frische Meeresfrüchte aller Art kaufen oder sie im Restaurant darüber gleich verkosten. Angeboten werden so exotische Spezialitäten wie auf Schnüre gefädelte getrocknete und geräucherte Muscheln, Seeigelfleisch im Glas, lebende Einsiedlerkrebse in Riesenseepocken und getrockneter Seetang. Aber auch besonders üppig große Zwiebeln, Kartoffeln, Knoblauch und anderes Gemüse wird verkauft. Nach dem Marktbesuch fuhren wir nach Norden zum Lago Llanquihue, den wir im Uhrzeigersinn umrundeten. Hauptattraktion am großen glasklaren See ist der Vulkan Osorno (2652m), den man als weißen Kegel am Ostufer sieht. Wir wanderten bis zu einem roten Seitenkrater mit fantastischen Aussichten über den Llanquihue. Im Nationalpark Vicente Perez Rosalez zu Füßen des Osorno stehen besonders große Südbuchen, Chilenischer Feuerbusch und blau lila Lupinen. Die Tiere sind überhaupt nicht scheu. So sahen wir ganz nah am Auto einen Patagonischen Fuchs und einen Chimango Karakara, einen typisch patagonischen Greifvogel.
Nachdem wir den Pickup in Puerto Montt abgegeben hatten, ging unsere Reise per Bus weiter nach Valdivia. Diese Stadt besitzt wegen des stärksten jemals gemessenen Erdbebens 1960 mit Bodensenkung um 3m und nachfolgendem Tsunami kaum historische Bausubstanz. Trotzdem wirkt sie heiter maritim, vor allem wegen des Fischmarktes mit bettelnden Mähnenrobben, Pelikanen und anderen Seevögeln. Unser Ausflug zur spanischen Festung in Niebla endete sehr ungewöhnlich. Die Festung war wegen des 1. Weihnachtsfeiertages geschlossen. Die Fährfahrt zur Isla Mancera wurde auf Grund der Tsunamiwarnung wegen des Seebebens vor Quellón abgesagt. Ein Fährangestellter nahm uns und eine Frau in Richtung Valdivia mit dem Auto mit. Wir stiegen unterwegs an der höher gelegenen Kunstmannbrauerei aus. Dort beruhigten uns alle. Bis zur Brauerei käme kein Tsunami. So nahmen wir an einer Führung mit Verkostung des ungefilterten Torobayo Bieres teil und konnten Weihnachten doch noch genießen. Den 2. Weihnachtsfeiertag verbrachten wir in Pucón in Betrachtung des erstaunlichsten Vulkans der Reise, des Villarrica (2861m). Aus dem schneebedeckten Vulkan steigen permanent Dämpfe auf, die manchmal orange von der Lava angestrahlt werden. Wunderschön und sehr erholsam war ein Busausflug zu den Termas Geométricas. Die Becken mit bis zu 42 Grad Celsius warmem Wasser liegen malerisch in einer Schlucht mit Regenwald. Man läuft rote Holzstege bergan und probiert unterwegs die Becken aus.
In Temuco, der am schnellsten wachsenden Stadt Chiles, stoppten wir nur zur Besichtigung eines Museums über die Mapuche und zum Umsteigen in den nächsten Bus. Der führte uns noch ein Stück auf der Panamericana und dann nach Osten in die Reserva Nacional Malalcuhuello. Von den einsamen Bergorten Malalcuhuello und Lonquimay wanderten wir durch Südbuchen- und Araukarienwälder mit tollen Blicken auf die umgebenden Vulkane Lonquimay (2865m) und Llaima (3125m). Danach überquerten wir die Anden in Richtung Argentinien am Pino Hachado (1884m).
Chile - Patagonien
17 Tage:
Karte (nicht im Firefox auf PC):
4193.8 km, -
Vom argentinischen Festland nach Feuerland sind wir bereits über die chilenische Magellanstraße per Fähre gereist. Chiles südlichsten Ort Puerto Williams haben wir vom Ausflugsboot zur Magellan Pinguin Kolonie im Beagle-Kanal gesehen und fotografiert. So richtig eingereist sind wir mit dem Bus von Ushuaia nach Punta Arenas. Der Hafenort Punta Arenas ist hübsch und bleibt mir vor allem wegen eines Restaurants mit toller Meeresfrüchtesuppe im Gedächtnis.
Weiter ging unsere Reise in den etwas schäbigen Hafenort Puerto Natales. Von dort fuhren wir in die Attraktion Südchiles, in den Nationalpark Torres del Paine. Leider war uns der Wettergott nicht gewogen. Unsere Wanderung zum Mirador Torres del Paine endete im Schneeregen und ohne die Torres gesehen zu haben. Trotzdem habe ich die Wanderung vorbei an malerisch verformten Südbuchen, weiß grünen Porzellanorchideen und gelben Pantoffelblumen sehr genossen. Nur der letzte steile Aufstieg über ein beängstigendes Geröllfeld war sehr anstrengend. Erst am nächsten Tag erblickten wir die 3 spektakulären Felsnadeln in schönster Pracht. In karibischem Türkisblau leuchtete der Lago Nordenskjöld.
Zurück in Puerto Natales gingen wir abends verspätet an Bord der großen Autofähre der Gesellschaft Navimag. Wir bezogen unsere Kabine und erhielten erste Informationen vom mitreisenden Guide. Auch am nächsten Tag verzögerte sich die Abfahrt um viele Stunden. Die Schiffscrew wartete den Stillstand des Tidenhubs ab, damit keine gefährlichen Strömungen die Fahrt durch eine Engstelle behindern. Erst gegen 15 Uhr begann nach mehreren Warteschleifen unsere Fährfahrt nach Puerto Montt durch die bewaldeten Fjorde Südwestpatagoniens. Einen einzigen Ort passierten wir während der 4-tägigen Schiffstour, Puerto Eden. Der kurze Schiffsstopp ist für die Bewohner der einzige Weg, Post und Waren zu erhalten. Drei kleine Fischerboote legten deshalb kurz am Heck der ankernden Fähre an. An Bord erhielten wir drei Mahlzeiten chilenischer Hausmannskost und interessante Vorträge über die Flora, Fauna sowie touristische Attraktionen Patagoniens. Die eigentliche Attraktion der Fahrt aber waren die wechselnden Fjorde und Berge, Delfine und Seevögel unterwegs.
Mein Schatz hatte noch nicht genug von der menschenleeren Natur Patagoniens. Ihn reizte noch die Carretera Austral, ein ehrgeiziges chilenisches Straßenbauprojekt nach Süden. Also liehen wir uns ein richtiges Männerauto, einen knallroten Pickup, und fuhren von Puerto Montt bis Puerto Cisnes auf der Carretera Austral. Zum Glück! Denn sonst hätten wir den gemäßigten Regenwald nicht erlebt, nicht die riesigen essbaren Nalcablätter, den Bambus, die verschiedenen Farne und Südbuchen voller Bartflechten gesehen. Eine kurze Wanderung zum Lago Negro zählt wegen des verzaubert wirkenden Regenwaldes zu meinen schönsten Reiseerlebnissen.
Von Chaitén setzten wir per Fähre über zum südlichsten Ort auf der Insel Chiloé, nach Quellón. Dieser unspektakuläre Ort ist der Endpunkt der Panamericana, deren Denkmal am Kilometer 0 wir besuchten. Von den insgesamt 22 000km der Panamericana sind wir in Ecuador, Peru, Bolivien und Chile immer wieder Teilstrecken gefahren. Am 25.12.16 wurde Quellón von einem Seebeben der Stärke 7,7 erschüttert. Anscheinend haben Ort und Einwohner aber das Beben ohne große Schäden überstanden. Wir waren zu dieser Zeit bereits nördlich in Valdivia und erlebten die Tsunamiwarnung in der Kunstmannbrauerei. Mit dem Pickup durchquerten wir die gesamte Insel mit einem erholsamen Abstecher zur Nachbarinsel Achao. Die Insel Chiloé besitzt eine liebliche Hügellandschaft und Fischerorte mit eigenwilliger Architektur. Als Wetterschutz sind die meisten Wohnhäuser mit Holzschindeln verkleidet. Besonders originell wirken die bunten Palafitos in Castro, der Inselhauptstadt. Es sind Fischerhäuser, die zum Meer hin auf Holzstelzen stehen. 16 Holzkirchen aus dem 19.Jh. mit ihren Säulen, Schindeln und fein geschnitztem Interieur besitzen sogar UNESCO-Weltkulturerbestatus. Im westlich gelegenen Nationalpark Chiloé existieren Reste des Urwaldes, den wir auf Lehrpfaden ab dem Eingangsort Cucao erwanderten. Vom Strand des Ortes Puñihuil im Nordwesten Chiloés unternahmen wir schließlich eine Bootstour zur Pinguinkolonie. Gesehen haben wir dabei Magellan- und Humboldtpinguine, Kormorane und dicke flugunfähige Dampfschiffenten.
Argentinien - Patagonien
18 Tage:
Karte:
5622.4 km, -
Nach unserer Wiedereinreise per Fähre aus Montevideo, Uruguay, zog es uns ins karge, abenteuerliche Patagonien. Unser erstes Ziel war die Valdés Halbinsel. Während Puerto Madryn ein hübscher Badeort ist, fährt man zur Valdés Halbinsel nur zum Tierebeobachten. Bekannt geworden sind vor allem Orcas, die sich hier eine einzigartige Jagdtechnik auf Robbenbabys angeeignet haben. Sie schnappen die Robbenbabys im flachen Ufergewässer. Für die Valdés Halbinsel haben wir uns einen Geländewagen gemietet und die Landzunge fast vollständig umrundet. An den Küstenaussichtspunkten haben wir Orcas, Mähnenrobben und brütende Humboldt Pinguine gesehen. Unterwegs liefen uns viele Ñandus, Guanacos und Maras, eine Mischung zwischen Meerschweinchen und Hase, über den Weg.
Das Kontrastprogramm zur Valdés Halbinsel bildete unser Abstecher einmal quer durch das Land nach Westen bzw. Nordwesten ins Seegebiet. Es ist wegen seines milden Klimas im Sommer, der Wassersportmöglichkeiten und der reizvollen Gebirgsseen die beliebteste Ferienregion Argentiniens. Dementsprechend hoch entwickelt ist die touristische Infrastruktur des Hauptortes Bariloche. Dort reiht sich eine noble Boutique an die andere. Es gibt Unmengen an Kunsthandwerksläden, sog. Artisanias, Schokoladenmanufakturen und Outdoor-Bekleidungsläden. Yachthäfen, Golfclubs und die aufwendige Architektur der Ferienvillen zeigen, dass hier eher die betuchteren Argentiniener ihren Urlaub verbringen. Mit einem kleinen Mietwagen sind wir die Sieben-Seenstraße durch wunderschöne bewaldete Andenregionen gefahren. Jeder der teils riesengroßen, teils verschwiegen kleinen Seen bietet andere Panoramen mit schneebedeckten Bergen, deren Spiegelungen im Wasser, malerischen Wäldern mit Bambus und gelb blühendem Ginster.
Vom Seegebiet ging unsere Fahrt weiter nach Süden auf der legendären Ruta 40. Mit einem Bus der Gesellschaft Marga, die fast ausschließlich von jugendlichen Backpackern genutzt wird, fuhren wir nach El Chalten. Die Ankunft dort war spektakulär. Vom schönsten Morgenlicht angestrahlt begrüßten uns die steil aufragenden Felsen des El Torre und des Fitz Roy (3405m). Umflossen von weißen Gletschern ergab das ein unwirklich schönes Bild. An zwei Tagen sind wir dort zu tollen Ausblicken auf Berge, Gletscherflüsse, Bergseen und Lengawälder gewandert.
Weiter ging die Fahrt auf der Ruta 40 durch typisch patagonische Steppe mit Schafweiden und Guanacos. Von Calafate aus unternahmen wir einen Tagesausflug zum Perito Moreno Gletscher. Es ist ein Ausläufer des riesigen Südpatagonischen Eisfeldes, der erstaunlicherweise täglich um 2m nach unten wächst und in den Lago Argentino kalbt. Dementsprechend häufig hört und sieht man Stücken des 60m dicken Eispanzers krachend in den See stürzen. Dabei steht man auf der gegenüber liegenden Magellan Halbinsel auf unterschiedlich hohen Aussichtsterrassen. Man befindet sich mitten im lieblichen Lengawald und schaut auf den weiß bis hellblau schimmernden Gletscher. In Calafate haben wir erfolgreich die Antarktiskreuzfahrt gebucht und die dafür notwendigen wasserfesten Hosen und Handschuhe gekauft.
Da Chile die gesamte Magellanstraße besitzt, muss man auf dem Weg nach Feuerland Chile passieren. Die Busreise nach Ushuaia, in die südlichste Stadt der Welt, war durch die Fährfahrt über die Magellanstraße und den zweimaligen chilenisch-argentinischen Grenzübertritt langwierig. Immerhin haben wir in der Magellanstraße Delfine und auf den endlosen Grasflächen Guanacos und Schafe gesehen. Der Nationalpark Feuerland bei Ushuaia ist sehr abwechslungsreich. Malerische Lenga- und Ñirewälder, gelb blühende Berberitzen (Calafate) und weiße Hundsorchideen säumen Seen und Meeresbuchten. Unsere Antarktiskreuzfahrt startete und endete in Ushuaia. Nach der Rückkehr aus der Antarktis unternahmen wir noch eine Bootstour auf dem Beagle-Kanal, um Humboldt Pinguine zu sehen. Die Rückfahrt von Ushuaia, Feuerland, mit der Fähre über die Magellanstraße führte uns ins chilenische Punta Arenas.
Argentinien - Buenos Aires und Umgebung
5 Tage:
Karte:
1634.9 km, -
Buenos Aires besitzt weltstädtischen Charme, aber auch zwielichtige, besprühte und müllige Ecken. Gegenden wie der Szenebezirk San Telmo wirken erst abends, wenn die Restaurants und Bars geöffnet sind und das gestylte Partyvolk unterwegs ist. Auch tagsüber sehenswert sind das Zentrum rund um die Plaza de Mayo, der Bezirk Recoleta sowie der zur Flaniermeile restaurierte Hafen Puerto Madero. In Recoleta stellt der Friedhof mit edlen Marmormausoleen, darunter dem Grab der berühmten Evita Perón, ein ungewöhnliches touristisches Pilgerziel dar.
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